Hinweis: Die Geschichte ist WIP bis zur finalen Veröffentlichung als Buch/E-Book. Die Geschichte kann in künftigen Kapiteln auf andere Vorgeschichten zurückgreifen, die aus zeitlichen gründen nicht mehr angepasst werden. Es besteht kein Anspruch auf vollständigkeit oder kontinuität oder weitere Veröffentlichung. Es können noch Tippfehler, Rechtschreib – und Grammatikfehler, sowie Logikfehler auftauchen, die erst bei einer Überarbeitung auffallen, da Schreiben sehr Denkintensiv ist.
Es war schon spät, als König Aryn mit seinem Gefolge beschloss, die Jagd abzubrechen, um zu seiner Heimstatt zurückzukehren. Seit Längerem versuchte er, den legendären weißen Hirsch zu erlegen, aber nie fand er ihn. Seltene Füchse, große schwarze Wölfe, prächtige Hirsche und sogar eine Sau, wurden Opfer seines Jagdgeschicks, nur nicht der weiße Hirsch. Die Legende besagte, dass der weiße Hirsch einen wahren König erwählte, dessen Dynastie auf ewig herrschen solle. König Aryn glaubte an solche Märchen nicht. Nur ein Narr würde dergleichen Kindergeschichten glauben schenken. Doch seine Lords und Ladys, seine Bannerträger und Eidgenossen, seine Feinde und Rivalen, würden solchen Geschichten sicher ein Fünkchen Wahrheit schenken. Aryn wusste, dass der Ruf wichtiger ist als alles andere in der Welt. Ein schwacher König wird von seinen Feinden belauert, von seinen Vasallen verraten und vom Hochkönig nicht respektiert. Sein Vater sagte ihm immer wieder: Wenn Sie dich nicht respektieren, müssen sie dich fürchten, wenn sie dich nicht fürchten, müssen sie in deiner Schuld stehen, wenn sie nicht in deiner Schuld stehen… hoffe das es nie passiert. Wie sollen die anderen einen achten oder fürchten, wenn man den Thron von Alendas beerbt, bevor man jene erreichen konnte? Er herrschte seit 3 Jahren, mit 23 wurde er gekrönt und hatte längst einen kräftigen Erben und eine wunderschöne Königin, die schon einen weiteren Sohn unter dem Herzen trug. So sagte es sein Hofmagister, der die Heilkunst seines Ordens studierte.
„Eure Majestät,“ sagte Ser Velyn, der Lordkommandant seiner Königsgarde, „wir sollten uns sputen. Es ist zu gefährlich bei Dunkelheit noch zu reiten.“ König Aryn wusste, was er meinte, auch wenn es nicht direkt aussprach. Banditen und Gauner treiben hier ihr Unwesen. So nah an seiner eigenen Burg. „Hört ihr das?“ unterbrach Ser Velyn seine Gedanken. König Aryn lauschte. Er hörte den Wind, das Rascheln der Bäume, ein Baby… Ein Baby? „Es ist ein Baby,“ sagte er trocken. „Hier ist keine Siedlung im Umkreis von 10 Meilen. Schwärmt aus! Sucht es!“ Seine Gefolgsleute taten, wie er ihnen befahl. Ser Velyn und ein weiterer Ritter seiner Königsgarde, Ser Bolen, blieben an seiner Seite. Er spürte ihre Anspannung. Ihre Hände umfassten fest die Schwerter an ihren Hüften. „Hier drüben!“ Rief einer seiner Männer, „hier liegt ein Neugeborenes!“. Aryn eilte zu seinem Gefolgsmann. Der Anblick entsetzte ihn. Eine leblose Frau am Boden, angelehnt an der steinernen Brüstung, an einer namenlosen Brücke über einen schmalen Fluss, den er nicht mal kannte. In ihren Armen, ein kleines Mädchen. Er nahm es vorsichtig aus ihren Händen und hob sie hoch. „Man gab dir kein gutes Schicksal, kleines Kind. Ohne Mutter, ohne Vater, ohne Familie.“ Er dachte daran das Kind hier und jetzt von seinem Elend zu erlösen. Bis zu seiner Feste sind es einige Wegstunden zu Pferd, bis zur nächsten Siedlung erheblich länger, wenn man Straße, statt Wald einwärts reist. Ein Neugeborenes würde beides nicht überstehen, und seine andere Hand zu seinem Messer griff. Er zögerte einige Momente, der silberne Stahl blitzte aus der Dolchscheide. „Eure Majestät?“ Fragte ihn Ser Velyn. „Soll ich es tun? Ihr müsst euch damit nicht belasten.“ Aryns Blick wanderte am Lordkommandant seiner Königsgarde vorbei. Hinter ihm im Wald entdeckte er etwas, was er selbst nicht zu glauben vermag. Ein prächtiges Geweih, schneeweißes Fell und so groß wie der größte Mann, den er kannte: der weiße Hirsch. „Seht“, flüsterte er leise zu seinem Gefolge, und die Männer folgten seinem Blick. Einige seiner Männer zückten die Speere, duckten sich und versuchten den Hirsch zu umstellen. „Nein! Das ist ein Zeichen“ flüsterte er, „der König, dessen Dynastie ewig herrschte.“ Er blickte das kleine Mädchen in seinen Armen an. „Du bist ein Zeichen. Du sollst meine Tochter sein. Prinzessin Alyna aus dem Hause Varell. Erste deines Namens, Tochter von Aryn“. Er wandte seinen Blick dort hin, wo er das edle Geschöpf sah, es war verschwunden.


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